Welche Eingriffe gehören zum Mommy Makeover? Methoden im Überblick

Aktualisiert am Mai 26, 2026
Mommy Makeover OWL – MEDICUS ZENTRUM

Ein Mommy Makeover ist kein einzelner Eingriff – es ist ein modulares Konzept aus verschiedenen plastisch-chirurgischen Maßnahmen, die individuell auf Deine Situation abgestimmt werden. Welche Bausteine für Dich in Frage kommen, hängt davon ab, welche Körperbereiche sich nach Schwangerschaft und Stillzeit verändert haben und wie Dein persönlicher Wunsch aussieht.

In diesem Ratgeber stellen wir Dir die einzelnen Eingriffe vor – ehrlich, verständlich und mit einer Einordnung, wann welche Methode sinnvoll ist.

→ Einen Gesamtüberblick über das Mommy Makeover findest Du in unserem Wegweiser: Mommy Makeover in OWL.

Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)

Die Bauchdeckenstraffung ist einer der häufigsten Eingriffe im Rahmen eines Mommy Makeover. Sie richtet sich an Frauen, bei denen nach der Schwangerschaft überschüssige Haut und eine geschwächte Bauchmuskulatur zurückgeblieben sind.

Was passiert bei einer Bauchdeckenstraffung?

Bei einer Abdominoplastik wird überschüssige Haut am Unterbauch entfernt und die darunter liegende Muskulatur gestrafft. Besonders wichtig: Bei vielen Frauen besteht nach einer Schwangerschaft eine Rektusdiastase – ein Auseinanderwandern der geraden Bauchmuskeln. Diese wird im Rahmen der OP durch eine Naht der Muskelfaszie korrigiert, was den Bauch nicht nur flacher, sondern auch stabiler macht.

Der Schnitt verläuft entlang der Bikini-Linie und wird so platziert, dass er unter Unterwäsche und Bikini verborgen bleibt.

Mini-Abdominoplastik vs. klassische Bauchdeckenstraffung

Bei einer Mini-Abdominoplastik wird nur der Bereich unterhalb des Bauchnabels behandelt. Der Schnitt ist kürzer, die OP-Dauer geringer und die Heilung schneller. Sie eignet sich für Frauen mit moderatem Hautüberschuss ohne ausgeprägte Rektusdiastase.

Die klassische Bauchdeckenstraffung umfasst den gesamten Bauchbereich. Der Bauchnabel wird dabei versetzt, die Muskulatur auf ganzer Länge gestrafft. Dieser Eingriff ist umfangreicher, liefert aber bei ausgeprägten Befunden deutlich bessere Ergebnisse.

Für wen ist die Bauchdeckenstraffung sinnvoll?

Eine Bauchdeckenstraffung ist dann sinnvoll, wenn überschüssige Haut und/oder eine Rektusdiastase vorliegen, die sich durch Rückbildungsgymnastik, Sport und Ernährung nicht zurückbilden. Wenn allein hartnäckige Fettpolster das Problem sind, kann eine Fettabsaugung die bessere Wahl sein.

→ Ausführlich zum Thema Rektusdiastase: Bauchdeckenstraffung am Standort Herford

Bruststraffung (Mastopexie)

Warum erschlafft die Brust nach der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit nimmt das Brustvolumen deutlich zu – durch hormonelle Veränderungen, Milchproduktion und Gewebezunahme. Nach dem Abstillen bildet sich das Volumen zurück, die Haut hat sich jedoch gedehnt und das Bindegewebe ist erschlafft. Das Ergebnis: Die Brust verliert ihre Form, hängt tiefer und die Brustwarze verlagert sich nach unten.

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden drei Grade der Ptosis (Brusterschlaffung), je nachdem, wie weit die Brustwarze im Verhältnis zur Unterbrustfalte abgesunken ist. Ab Grad II ist eine Straffung in der Regel die sinnvollste Option.

Bruststraffung mit oder ohne Vergrößerung

Je nach Ausgangssituation gibt es drei Varianten:

Reine Bruststraffung: Die Brust wird angehoben und in Form gebracht, ohne dass Volumen hinzugefügt wird. Geeignet für Frauen, die mit der Brustgröße zufrieden sind, aber die hängende Form stört.

Straffung mit Silikonimplantat: Kombiniert die Formkorrektur mit einer Volumenzunahme. Das Ergebnis ist planbar und bietet eine große Bandbreite an Größen und Formen. Das Implantat wird unter den Brustmuskel oder unter die Brustdrüse platziert.

Straffung mit Eigenfett-Transfer: Eine natürliche Alternative – körpereigenes Fett wird an einer anderen Stelle abgesaugt und in die Brust eingebracht. Die Volumenzunahme ist begrenzt (meist eine Körbchengröße pro Sitzung), das Ergebnis wirkt optisch und haptisch besonders natürlich.

→ Mehr zu den Brustmethoden: Implantat oder Eigenfett – Ratgeber

Brustverkleinerung als Teil des Mommy Makeover

Manche Frauen haben nach der Schwangerschaft dauerhaft vergrößerte Brüste, die Rückenschmerzen, Haltungsprobleme oder Hautirritationen verursachen. In solchen Fällen kann eine Brustverkleinerung medizinisch sinnvoll sein – und unter Umständen sogar von der Krankenkasse bezuschusst werden.

→ Bruststraffung im Detail: Bruststraffung nach der Stillzeit am Standort Bielefeld

Fettabsaugung (Liposuktion)

Typische Problemzonen nach der Schwangerschaft

Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft verschieben die Fettverteilung im Körper. Typische Bereiche, in denen sich hartnäckige Fettdepots bilden: Unterbauch, Flanken (die sogenannten „Love Handles“), Hüften, Oberschenkel-Innenseiten und Kinnpartie. Diese Polster lassen sich oft trotz Sport und bewusster Ernährung nicht gezielt reduzieren.

Methoden der Fettabsaugung

Tumeszenz-Liposuktion: Das bewährteste und weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren. Eine Lösung wird in das Fettgewebe infiltriert, die das Fett auflockert und Blutgefäße verengt – dadurch weniger Blutverlust und weniger Schwellungen.

Wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL): Ein feiner Wasserstrahl löst die Fettzellen schonend aus dem Gewebe. Der Vorteil: Das Fett wird besonders gewebeschonend gewonnen und eignet sich sehr gut für einen anschließenden Eigenfett-Transfer.

Vibrationsassistierte Liposuktion (PAL): Die Kanüle vibriert mit hoher Frequenz und löst Fettzellen effizient aus dem Gewebe. Besonders geeignet für größere Volumina und fibröses Gewebe (z. B. bei Zweit-Eingriffen).

Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt vom Befund, der Gewebsqualität und dem geplanten Volumen ab. Das besprechen wir individuell in Deiner Beratung.

Fettabsaugung und Eigenfett-Transfer: Doppelter Nutzen

Das bei der Liposuktion gewonnene Fett kann aufbereitet und an anderer Stelle eingesetzt werden – am häufigsten zur Brustvergrößerung. Dadurch kombiniert man die Konturierung der Problemzonen mit dem Aufbau eines anderen Bereichs. Die Überlebensrate des transferierten Fetts liegt bei 60 bis 80 Prozent, ein Teil wird vom Körper in den ersten Wochen abgebaut.

→ Fettabsaugung im Detail: Fettabsaugung und Body Contouring am Standort Detmold

Oberarm- und Oberschenkelstraffung

Wann sind zusätzliche Straffungen sinnvoll?

Nicht nur der Bauch verändert sich: Nach Schwangerschaft und Gewichtsschwankungen können auch an Oberarmen und Oberschenkeln erschlaffte Hautpartien zurückbleiben – die sogenannten „Winkearme“ oder schlaffe Innenschenkel. Wenn Sport allein nicht hilft, kann eine chirurgische Straffung in Betracht gezogen werden.

Methoden und Narbenplatzierung

Bei der Oberarmstraffung verläuft der Schnitt an der Innenseite des Arms – je nach Befund als kurzer Schnitt in der Achsel oder als längere Linie entlang des Arms. Bei der Oberschenkelstraffung wird der Schnitt in der Leistenfalte oder an der Innenseite des Oberschenkels platziert.

In leichteren Fällen kann eine alleinige Fettabsaugung ausreichen – eine Straffung ist dann nicht nötig.

Intimchirurgie nach der Geburt

Schamlippenverkleinerung (Labioplastik)

Eine vaginale Geburt kann die inneren Schamlippen vergrößern. Neben ästhetischen Gründen können vergrößerte Schamlippen auch Beschwerden verursachen: Schmerzen beim Sport, Reibung in enger Kleidung oder unangenehmes Druckgefühl. Die Schamlippenverkleinerung ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der in der Regel unter Lokalanästhesie durchgeführt wird.

Vaginalstraffung

Bei einer Vaginalstraffung wird überdehntes Gewebe im Bereich des Scheideneingangs gestrafft. Der Eingriff kann bei Frauen sinnvoll sein, die nach einer Geburt unter einem Fremdkörpergefühl, vermindertem Empfinden oder funktionellen Beschwerden leiden.

Ob eine medizinische oder ästhetische Indikation vorliegt, klären wir im Beratungsgespräch.

Dehnungsstreifen und Narbenbehandlung

Dehnungsstreifen (Striae) entstehen, wenn das Bindegewebe der Haut durch schnelle Dehnung reißt – typisch in der Schwangerschaft an Bauch, Brust und Hüften. Vollständig entfernen lassen sich Dehnungsstreifen nicht, aber ergänzende Behandlungen können das Hautbild verbessern:

  • Microneedling: Feine Nadeln stimulieren die Kollagenproduktion und können das Narbenbild glätten.
  • Fraktionierter Laser: Gezielte Lichtimpulse regen die Hauterneuerung an und können Striae heller und weniger sichtbar machen.
  • Bei einer Bauchdeckenstraffung werden Dehnungsstreifen im entfernten Hautbereich automatisch mit entfernt – ein positiver Nebeneffekt.

Ein Eingriff oder mehrere? Kombinations-Strategie

Vorteile der Kombinations-OP

Die Kombination mehrerer Eingriffe in einer Sitzung hat klare Vorteile: nur eine Vollnarkose, nur eine Heilungsphase, kürzere Gesamtausfallzeit und in der Regel niedrigere Gesamtkosten als getrennte Sitzungen. Gerade für Mütter im Familienalltag ist die verkürzte Ausfallzeit ein entscheidender Faktor.

Wann besser getrennte Sitzungen?

Wenn der geplante OP-Umfang zu groß wird (mehr als fünf bis sechs Stunden), steigen Narkoserisiken und Belastung für den Körper. In solchen Fällen empfehlen wir, die Eingriffe in zwei Sitzungen aufzuteilen – zum Beispiel zuerst Bauch, dann Brust im Abstand von drei bis sechs Monaten. Auch bei bestimmten Vorerkrankungen oder erhöhtem Narkoserisiko kann eine Aufteilung sinnvoller sein.

Typische Kombinationen

Die häufigste Kombination im Mommy Makeover ist Bruststraffung und Bauchdeckenstraffung. Weitere bewährte Kombinationen:

  • Bruststraffung + Bauchdeckenstraffung + Fettabsaugung (Flanken, Hüften)
  • Bruststraffung mit Eigenfett + Fettabsaugung
  • Bauchdeckenstraffung + Oberschenkelstraffung
  • Bruststraffung + Intimchirurgie

Welche Kombination für Dich optimal ist, besprechen wir auf Basis Deiner Anatomie und Deiner Wünsche.

Häufige Fragen zu den Eingriffen

Welche Eingriffe werden am häufigsten kombiniert?

Am häufigsten wird eine Bruststraffung (mit oder ohne Vergrößerung) mit einer Bauchdeckenstraffung kombiniert. Viele Patientinnen ergänzen zusätzlich eine Fettabsaugung an Flanken oder Hüften.

Kann ich alle Eingriffe in einer OP machen lassen?

In den meisten Fällen ja. Wenn der Gesamtumfang die Grenze von etwa fünf bis sechs Stunden OP-Zeit übersteigt, empfehlen wir aus Sicherheitsgründen eine Aufteilung in zwei Sitzungen.

Wie lange dauert die OP bei mehreren Eingriffen?

Je nach Kombination zwischen zwei und fünf Stunden. Eine alleinige Bruststraffung dauert etwa eineinhalb bis zwei Stunden, eine Bauchdeckenstraffung zwei bis drei Stunden.

Gibt es Alternativen ohne OP?

Für leichte Befunde gibt es nicht-invasive Optionen wie Kryolipolyse (Fettreduktion durch Kälte), Radiofrequenz-Hautstraffung oder Microneedling. Diese Verfahren können das Ergebnis verbessern, erreichen aber bei ausgeprägten Befunden (deutlicher Hautüberschuss, Rektusdiastase, starke Ptosis) nicht die gleichen Ergebnisse wie eine OP.


Welche Kombination passt zu Dir?

Vereinbare Dein persönliches Beratungsgespräch an einem der sieben Medicus-Standorte in OWL. Wir nehmen uns Zeit für eine ehrliche Einschätzung, welche Eingriffe sinnvoll sind – und welche nicht.

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